ein Dauerbrenner seit über 40 Jahren

Deutschlands meistgenutzte hormonelle Verhütungsmethode heißt in der Fachsprache „Orales Kontrazeptivum“ (oral = durch den Mund verabreicht; Kontrazeptivum = Mittel zur Empfängnisverhütung). Aber weil das viel zu lang und kompliziert ist, wird sie seit Jahrzehnten nur noch „Pille“ genannt.

Wirkung:

Die Kombinationspräparate enthalten Östrogen und Gestagen. Die Hormone verhindern den Eisprung sowie die Einnistung einer möglicherweise doch befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut. Zudem wird der Schleim im Gebärmutterhals verdickt, so dass Spermien nur schwer oder gar nicht eindringen können.

Eignung:

Für fast jede gesunde junge Frau, die sicher verhüten will.

Vorteile:

  • Bei korrekter Anwendung sehr sichere Methode
  • Regelmäßigere Blutungen
  • Eine bestehende Akne kann verbessert werden
  • Schutz vor Eierstockzysten und gutartigen Brusterkrankungen
  • Möglichkeit, die Monatsblutung zu verschieben

 

Nachteile:

  • Tabletteneinnahme kann vergessen werden
  • Nicht geeignet bei Raucherinnen über 35 Jahre, bei hohem Blutdruck, Thromboseneigung und Lebererkrankungen
  • Beeinträchtigung des Verhütungsschutzes durch Medikamente wie Antibiotika, Johanniskraut oder Mittel gegen Epilepsie
  • Kein sicherer Empfängnisschutz bei Erbrechen oder Durchfall in den ersten 4 Stunden nach der Einnahme
  • Kein Schutz vor Infektionskrankheiten (HIV, Hepatitis, HPV, Chlamydien…)

 

Pearl-Index: 0,1–0,9

Anwendung 21+7

Die Pille wird 21 Tage langtäglich eingenommen, dann folgt eine 7-tägige Pause, in der die Monatsblutung einsetzt.

Kosten: ca. 5,50 – 20 Euro pro Monat (bis zum 20. Geburtstag übernehmen die KK die Kosten)

 

24+4 Schema

Prinzip:

  • wie bei 21+7 Pille
  • durch die kürzere hormonfreie Zeit können die Hormonspiegel nicht so stark abfallen, der Hormonhaushalt ist dadurch geringeren Schwankungen unterworfen
  • keine Einnahmepause
  • Verringerung der Beschwerden bei PMS (prämenstruellem Syndrom)
  • weniger Periodenschmerzen und leichtere Blutungen

Kosten: ca. 20€ im Monat (bis zum 20. Geburtstag übernehmen die Krankenkassen die Kosten)

die Pillen mit natürlichem Östrogen

Prinzip:

  • Estradiolvalerat wirkt wie das natürliche, körpereigene Estradiol
  • Gute Zyklusstabilität
  • keine Einnahmepause
  • Veringerung der Beschwerden bei PMS (prämenstruellem Syndrom)
  • weniger Periodenschmerzen und leichtere Blutungen

Einnahme:

Immer beim „Startfeld“ (am 1. Tag der Regelblutung) mit der Tabletteneinnahme beginnen und in Pfeilrichtung täglich 1 Tablette für 28 Tage schlucken. Danach –ohne Pause- mit einer neuen Blisterpackung beginnen. Bei einem Präparatwechsel bitte die Vorgehensweise in der Packungsbeilage beachten!

Kosten: 13 Euro pro Monat (bis zum 20. Geburtstag übernehmen die Krankenkassen die Kosten)

Die östrogenfreie Pille: Guter Schutz mit Gestagen

Die östrogenfreie Pille enthält wie die 3-Monatsspritze, das Implanon und die Mirena keine Östrogene, sondern nur ein Gestagen in sehr niedriger Dosierung. Die östrogenfreie Pille ist auch für Frauen, die keine Östrogene nehmen wollen, sollen oder dürfen, eine zuverlässige Alternative im Vergleich zu herkömmlichen kombinierten Pillen.

Wirkung:

Als Hauptmechanismus verhindert sie den Eisprung, des Weiteren erhöht sie die Undurchlässigkeit des Schleims im Gebärmutterhals und verhütet deshalb genauso sicher wie Kombinationspräparate..

Eignung:

Für fast jede gesunde junge Frau, die eine sichere Verhütung wünscht.

Anwendung:

Die östrogenfreie Pille wird durchgängig genommen. Täglich über 28 Tage, dann wird direkt mit der nächsten Packung weitergemacht.

Vorteile:

  • Geeignet für stillende Mütter
  • Sichere Verhütung
  • Eine verspätete Einnahme bis zu 12 Stunden beeinträchtigt nicht die empfängnisverhütende Wirksamkeit
  • Weniger häufige und schwächere Blutungen bei einigen Anwenderinnen möglich

Nachteile:

  • Zyklusunregelmäßigkeiten (unvorhersagbare Blutungen), die sich oft jedoch im Laufe der Anwendung regulieren

 

Kosten: 5,50-20 Euro pro Monat (Bis zum 20. Geb. übernehmen die KK die Kosten)

 

Pearl-Index: 0,14 bis 0,4