Wozu wird dieser Test benötigt?

Mit einem Zucker-Belastungstest kann gezielt herausgefunden werden, ob eine Störung des Zuckerstoffwechsels (Diabetes mellitus) vorliegt.

Kennzeichen eines Diabetes mellitus sind erhöhte Blutzuckerwerte. Diese machen jedoch häufig keine Beschwerden. Dadurch wird eine Störung des Zuckerstoffwechsels oft zu spät erkannt. Gerade in der Schwangerschaft muss ein Diabetes mellitus aber möglichst frühzeitig diagnostiziert werden. Nur dann können durch rechtzeitige Behandlungen die Risiken für die Mutter und das ungeborene Kind klein gehalten werden.

Was ist ein Gestationsdiabetes?

Eine Zuckerkrankheit, die erstmals in der Schwangerschaft festgestellt wird, wird Gestationsdiabetes genannt. Etwa jede 7. Schwangere in Deutschland leidet an Gestationsdiabetes. Meistens geht diese Störung nach der Schwangerschaft von alleine wieder vorbei.

Welche Risiken hat der Gestationsdiabetes?

Wenn ein Gestationsdiabetes unerkannt bleibt und nicht behandelt wird, entstehen Risiken für das ungeborene Kind und die Mutter. Das Kind kann u. a. besonders groß und schwer werden. Dies führt vermehrt zu Kaiserschnitt-Entbindungen. Nach der Geburt können Atemnot und Unterzuckerung auftreten. Bei der Mutter besteht u. a. die erhöhte Gefahr für schwangerschaftsbedingte Krankheiten (Gestosen) wie Harnwegsinfekte, Eiweißverlust über den Urin und Bluthochdruck.

Risikofaktoren, welche die Entstehung eines Gestationsdiabetes begünstigen

Diabetes mellitus bei einem Elternteil oder Geschwister

Ein BMI von 27 oder mehr

3 oder mehr Fehlgeburten in Folge

4500 gr. oder mehr bei einem Neugeborenem

Nach der Geburt eines Kindes mit angeborenen Fehlbildungen

Früherer Gestationsdiabetes

Nach der Geburt eines nicht lebensfähigen Kindes (Todgeburt)

Wie wird ein Zucker-Belastungstest durchgeführt?

Durchführung des 50gr.-Tests (Vortest)

50 gr. Glukose werden in 200 ml Wasser gelöst und innerhalb von 5 min getrunken. Es besteht ein Verdacht auf einen Gestationsdiabetes, wenn der Blutwert nach 1 Std. 135mg/dl oder höher ist. Die Bestimmung der Blutwerte erfolgt grundsätzlich durch venöse Blutentnahmen. Sollte der Wert des Suchtests erhöht sein, so muss ein großer Zuckerbelastungstest (OGTT) durchgeführt werden, um die Diagnose zu bestätigen.

 

Durchführung des 75gr.-Tests

Er wird morgens nüchtern mit 75gr. Glukose durchgeführt. Zunächst wird der Nüchternwert bestimmt, dann 60 und 120 min nach Aufnahme des Zuckers. Die Bestimmung der Blutwerte erfolgt grundsätzlich durch venöse Blutentnahmen. Folgende Werte gelten als erhöht:

Nüchtern über 92mg/dl

Nach 60 min über 179 mg/dl

Nach 120 min über 155 mg/dl

Wie wird ein Gestationsdiabetes behandelt?

Bei leichten Blutzuckererhöhungen ist im Allgemeinen eine Ernährungsumstellung ausreichend. Bei stärkeren Blutzuckererhöhungen kann (meist vorübergehend) die Gabe von Insulin erforderlich sein.